Ratschläge für meine Welpenkäufer

 

 

Informationen und Ratschläge für Aufzucht und Erziehung eines Shelties

 

 

Hier möchte ich Ihnen einige Informationen mit auf den Weg geben, die ich aus der Erfahrung mit unserer Hündin Maya und aus Gesprächen mit vielen Züchtern und bei Fortbildungsveranstaltungen gesammelt habe. Am Schluss füge ich Ihnen noch den „Leitfaden für Sheltiekäufer“ von Frau Elke Woltersdorf (mit ihrer Erlaubnis) bei. Sie war lange Rassebetreuerin für die Shelties im Club für Britische Hütehunde und ist die Züchterin meiner Maya.

 

Ernährung:

Bitte nicht gleichzeitig mit dem Ortswechsel auch das Futter wechseln! Der kleine Sheltie bekommt jetzt noch Welpenfutter. Er hat bei mir das Trockenfutter und das Dosenfutter (eine 200g Dose pro Tag) der Firma „Dinner for Dogs“( 0911 5399377) bekommen, welches ich auch selber für meine Hunde benutze. Eine andere sehr gut Firma ist auch die Firma VET-Concept (www.vet-concept.com). Falls Sie auf reines Trockenfutter umstellen wollen, möchte ich Ihnen raten das  Trockenfutter etwas anzufeuchten. Das quillt auf und kann leichter aufgeleckt werden. Etwas Flüssigkeit hat der Hund dann auch schon bekommen. Wenn man morgens mit dem Hund spazieren geht, gibt es genügend Gelegenheiten für einige Leckerli in Form von Trockenfutter. Früher musste man dem Hund extra etwas kochen. Kann man heute auch noch. Es gibt auch Hundehalter, die auf rohe Kost schwören. Da muss man sich gut auskennen. Heute gibt es Fertigfutter, welches als Alleinfutter vom Hersteller ausgewiesen ist. Jeder muss da seinen eigenen Weg finden. Irgendwann mochte meine Hündin Maya das Trockenfutter nicht mehr (weder trocken noch aufgelöst). Seitdem benutze ich Dosenfutter der Firmen Vet-Concept und „Dinner for Dogs“. Beides liebt sie.  Von beiden Firmen gibt es auch gutes Trockenfutter. Das ist auch eine Entscheidung des Geldbeutels und ob man mit den Dosen so viel Müll produzieren will.  Maya bekommt jedenfalls eine 200g Dose Feuchtfutter (als sehr grobe Richtschnur kann man sagen ca. 4% des Körpergewichtes – ist aber eigentlich Quatsch, weil jeder Hund anders ist) pro Tag, plus diverser Leckerlie. Lieber zuwenig als zu viel. Man kann auch Quark mit etwas Honig geben. Und Manchmal kaufe ich ihr ein rohes Hähnchenbein, besser noch wäre ein Flügel (schwerer zu bekommen). Damit beugt man auch dem Zahnstein etwas vor und der Hund lernt es, Knochen zu fressen. Aber keine erhitzten Geflügelknochen geben - nur roh! Innereien sind ein Leckerbissen und sehr gesund. Auch anderes rohes Fleisch ist ok. Auch manche Essenreste kann man manchmal geben, wenn sie nicht zu fett, zu salzig oder zu stark gewürzt sind. Das wird natürlich vom anderen Futter abgezogen. Der Welpe kann auch mal mehr bekommen als es nötig ist, der erwachsene Sheltie kann aber schnell zu einer laufenden „Rolle“ werden, mit allen negativen gesundheitlich Folgen. Bitte gut darauf achten, spätestens wenn der Hund ein Jahr alt ist. Wenn der Hund gerne Rohkost oder rohes Obst frist umso besser. Maya weigert sich.    

 

Aber auf keinen Fall rohes Schweinefleisch (besser auch nicht erhitzt) und Schokolade. Niemals!                                                                                            

 

Wichtig: Immer frisches Wasser bereitstellen! Shelties trinken im Grunde viel zu wenig. Aber auf Sparziergängen trinken sie mal aus einer Pfütze (wenn sie nicht gerade mit Benzin oder Chemikalien belastet ist oder allzu zweifelhaft erscheint, ist das überhaupt kein Problem) oder fressen Gras (nicht verbieten!) und so kommt vielleicht genug Flüssigkeit zusammen. Wenn es sehr heiß ist „zwinge“  ich die Maya manchmal etwas zu trinken.

 

Fellpflege: Alle zwei Wochen gründlich gegen den Strich durchbürsten. Beim Fellwechsel im Frühjahr und Herbst, sollte man täglich die großen Mengen Fell ausbürsten. Das dauert aber nicht sehr lange. Wenn es nicht unbedingt sein muss sollte man einen Sheltie nicht zwingen ins Wasser zu gehen. Maya ist sehr wasserscheu. Wenn der Hund im Regen sehr schmutzig geworden ist, genügt es meistens ihn einfach trocknen zu lassen und gegebenenfalls danach auszubürsten. Meist fällt der Sand von selbst heraus.

 

Gesundheit: Suchen Sie sich einen guten Tierarzt und befolgen sie dessen Rat. Aus meiner Erfahrung heraus macht es keinen Sinn, mit dem Tierarzt Dinge zu diskutieren, von denen man selbst keine Ahnung hat. Allerdings muss man wissen, dass auch ein Tierarzt Geld verdienen will. Zweite Tollwutimpfung (wenn man nicht unbedingt gerade nach England oder Schweden fahren will), äußerliche Mittel gegen Zecken (solange kleine Kinder im Haus sind), Impfungen gegen Borreliose (wirkt nur gegen einen Stamm) – das sind Dinge, die aus meiner Sicht nicht sein müssen, die vom Tierarzt aber gerne verkauft werden. Wenn der Tierarzt aber die zweite Tollwut Impfung unbedingt machen will, aus gesetzlichen Gründen oder so, soll er! Es kostet unglaublich viel Mühe sich da durchzusetzen. Aber jede Impfung belastet den Welpen natürlich.                                                                                                           

 

Ihr Sheltie ist wenn er abgegeben wird viermal entwurmt worden. Sie sollten das alle halbe Jahre wiederholen (auf den Tierarzt hören). Zumindest solange die Kinder noch mit dem Hund rumschmusen. Die Würmer können leicht auf Menschen übertragen werden.

 

Wichtig ist es den Hund möglichst oft nach Zecken zu untersuchen. Sie werden bald eine gewisse Routine darin haben, Zecken beim Streicheln ausfindig zu machen. Hunde können an den selben Krankheiten erkranken, welche durch Zecken übertragen werden, wie Menschen. Deshalb muß die Zecke so schnell wie möglich raus. Wenn sie weniger als 24 Stunden im Hundekörper steckt, ist das Risiko viel geringer. Impfungen gegen Borreliose sind Quatsch. Um das Absuchen kommt man sowieso nicht herum, weil es ja auch noch die FSME-Erkrankung gibt.

Durchfall ist beim Hund eine ernste Erkrankung, wegen des Flüssigkeitsverlustes. Wenn es nach zwei Tagen nicht besser ist, würde ich den Tierarzt fragen. Reis, geriebener Apfel, Banane sollte helfen, frisst aber der Hund oft nicht. Manchmal hilft es, wenn man mal nur trockenes Trockenfutter gibt. Durchfall tritt oft auf, wenn man etwas Ungewohntes, Neues zu fressen gibt. Das Hühnerbein zum Beispiel oder wenn der Hund etwas Falsches im Wald (Hasenköttel kann der Hund übrigens ruhig fressen. Die sehen so ähnlich aus wie Leckerlie und man kann es ihm nicht abgewöhnen. Außerdem sind Hasen Vegetarier) gefressen hat. Wenn man ein Futter gefunden hat, welches der Hund mag, kann man glücklich sein und sollte dabei bleiben. Im Grunde braucht ein Hund nicht unbedingt Abwechslung.

 

Erziehung: Wenn der Welpe zu Ihnen kommt ist es das Wichtigste und das erste große Ziel, dass er Ihnen bald vollkommen vertraut. Ziel einer guten Erziehung ist, dass Sie auch Ihrem Hund vertrauen können.

Hundeerziehung funktioniert immer nach dem Prinzip: Richtiges mit viel Lob und Leckerlie belohnen und Falsches ignorieren. Wenn etwas daneben geht kann man es doch nicht sofort ändern, auch nicht mit irgendwelchen Strafen oder lautem Geschimpfe. Einige Ausnahmen gibt es natürlich.

 

Zunächst vermisst  der kleine Hund natürlich seine Mutter und sein bisheriges Umfeld. Das vergeht aber recht schnell, wenn er sich bei Ihnen wohl fühlt und Sie seine neue Familie geworden sind. Dafür braucht er einen Platz, an dem er sich sicher und nicht einsam fühlt. Maya schläft immer unter unserem Bett. Ich finde der Hund kann auch unter (natürlich niemals in) dem Bett der Kinder schlafen, wenn er sich da geborgen fühlt und seine „Höhle“ hat. Das finden viele Hundeleute allerdings nicht so gut. Lassen Sie den Hund diesen Platz ein wenig mitbestimmen. Vielleicht verkriecht sich der Welpe auch zunächst irgendwo, zumal er nach der langen Autofahrt bestimmt müde ist. Zum Beispiel hat sich Maya damals hinter unserer Küchenzeile verkrochen und wir haben überall nach ihr gesucht. Als sie dann Hunger hatte oder vielleicht hatte sie auch nur ausgeschlafen, kam sie wieder hervor.

 

Damit der Welpe bald ganz stubenrein wird, empfiehlt es sich ihn in der Nacht in eine Box zu setzen. Die wird er nicht schmutzig machen. Abends (so kurz vor dem Schlafengehen wie möglich) geht man am besten noch mal mit dem Hund nach draußen. Wenn er dann sein Geschäft gemacht hat, sagt man : „Mach mal pipi“ oder „Mach schnell“ oder so etwas, ganz egal was, nur jedes Mal das selbe. Und man lobt ihn überschwänglich. Später (nach ca.100 Malen) kann man das dann auch vorher sagen und hoffen, dass es dann schneller geht. Die Box stellt man am besten ins Schlafzimmer. Wenn man den Hund dann schreien hört, sollte man wenigsten in der ersten Nacht konsequent nicht darauf eingehen. Man kann ihn vielleicht etwas beruhigen, aber möglichst nicht gleich aus der Box lassen. Er muss merken, dass er damit nichts erreicht und wird irgendwann damit aufhören. Morgens (möglichst früh) setzt man ihn dann als erstes auf ein Stück Wiese und lobt ihn, wenn er sein Geschäft verrichtet hat. Am Anfang sollte man immer ein Auge auf den Welpen haben. So alle 1,5 Stunden muß er auf jeden Fall raus können.

Die Box kann für den Welpen auch so etwas wie seine Höhle werden, aber nur dann wenn er nicht von den Kindern heraus gezerrt und dauernd angesprochen wird. Nur wenn er sich ganz geborgen dort fühlen kann, nimmt er die Box richtig an. Für Maya ist sie nie ein wirklicher Rückzugsort geworden, weil Clara sich manchmal zu ihr hineingesetzt hat.               

 

Später, am sichersten nach der Impfung in der 12.Woche ist es wichtig mit der „Ausbildung“ des Hundes zu beginnen. Mit einem Sheltie kann man viel machen. Agility, Dog Dancing und so weiter. Das bleibt Ihnen überlassen. Mir ist nur wichtig, dass Sie auf jeden Fall zu einer Welpenspielgruppe gehen. Der Welpe muss lernen, wie er mit anderen Hunden umzugehen hat, ohne immer wieder in Konflikte zu laufen. Suchen Sie sich eine gute Hundeschule, bei der es möglichst eine Gruppe für Hunde gleicher Größe oder Hunde in ähnlichem Alter gibt. Aber selbst eine junge, verspielte Dogge wird einem anderen Welpen, der sich auf den Rücken wirft vor Unterwürfigkeit nichts antun. Nebenbei lernt man dort, wie man mit dem Hund die Leinenführigkeit üben kann, „Sitz“, „Platz“ und so weiter. Das wichtigste und zugleich schwierigste Kommando ist das „Komm“. Das muss sicher funktionieren. Bis es wirklich sicher ist kann es Jahre dauern und braucht viele Wiederholungen. Auch jetzt noch gebe ich Maya immer ein Leckerli, wenn sie gleich gekommen ist, nachdem sie gerufen wurde. Man sollte versuchen sich einen Klang in der Stimme anzugewöhnen, der für das Loben steht und einen Klang der für das Tadeln steht. Klar unterscheidbar! Wichtige Befehle sind „Stop“ – an der Straße zum Beispiel, „nein“ – wenn der Hund gerade damit beginnt sich in Igelkot oder Kuhfladen  zu wälzen (was Shelties liebend gerne tun) und das „Aus“ – wenn der Sheltie mal nicht kläffen soll. Das kann man alles mit dem Prinzip der positiven Bestärkung üben. Für jede richtige Reaktion eine Belohnung mit Futter und überschwänglichem Lob. Ein Sheltie lernt recht schnell, hat aber manchmal nach einigen Wiederholungen schon keine Lust mehr. Es fällt ihm aber beim nächsten Mal wieder ein und dann funktioniert es plötzlich. Nach meiner Erfahrung mit Maya ist ein Sheltie nach einem Jahr ausgewachsen. Erwachsen ist er aber erst nach drei Jahren!

 

Ein gut erzogener Hund ist eine gute Investition in die nächsten ca. 15 Jahre des Zusammenlebens mit ihm.

 

Vor langen Autofahrten kein Futter! Wasser mitnehmen! Unterwegs vielleicht etwas Trockenfutter, nicht aufgeweicht. Der Hund sollte nicht im Auto herumturnen und möglichst im Fußraum bleiben oder in der Box. Laut Gesetz muss er fest gemacht werden oder in einer Box im Kofferraum untergebracht werden.

 

Im Garten möglichst keinen Dünger oder giftige Insektenbekämpfungsmittel benutzen.

 

Wenn Nachbarn dem Hund unbedingt Leckerlie geben wollen, geben Sie ihnen etwas von dem Trockenfutter. So etwas wie Würstchen brauchen Sie selbst höchstens für schwierige Übungen als Belohnung. So ein Hund ist schnell angefüttert und läuft dann immer zu diesem Nachbar mit den Würstchen. Außerdem haben junge Hunde einen empfindlichen Magen.

 

Noch eine allgemeine Bemerkung: Hunde brauchen Regeln und Regelmäßigkeit. Das heißt: gleiche Futterstelle, gleiche Spielzeiten und Ausgehzeiten, Aussteigen aus dem Auto erst auf Kommando, an jeder Straße anhalten und Sitz machen. Solche Dinge eben. Das erleichtert Ihnen und ihnen das Zusammenleben.

 

Ich wünsche Ihnen viel Freude ihrem Welpen und bin für Fragen immer für Sie erreichbar.